08.01.2021

„Stoff der tausend Dinge“ – In Bakelitmuseum Kierspe und „Schleiper Hammer“ auf den Spuren des ersten Kunststoffs

Heimatverein Kierspe e. V., Märkischer Kreis

Live-Vorführungen im „Schleiper Hammer“ vermitteln die Bakelit-Herstellung. Foto/ Stefan Ziese/ NRW-Stiftung

Der leichte, kostengünstige Kunststoff Bakelit ersetzte nach seiner Erfindung rasch andere Materialien und revolutionierte ab 1910 die Alltagskultur. Auch im Sauerland erkannte man seine Vorteile. So entstand ab 1930 in der Region Kierspe, Lüdenscheid und Schalksmühle eine hohe Konzentration an Produktionsstätten. Der Kiersper Fabrikant Carl-Heinz Vollmann (Reppel & Vollmann – „Revolit“-Produkte) trug mit großem Sachverstand viele interessante Bakelit-Erzeugnisse zusammen und stiftete diese dem Heimatverein Kierspe e. V.

So konnte 2003 mithilfe der NRW-Stiftung ein Bakelit-Museum mit einzigartiger Ausstellung verschiedener Bakelit-Produkte im unter Denkmalschutz stehenden „Alten Amtshaus“ eingerichtet werden. Wer selbst einmal erleben will, wie das Granulat unter Hitze und Druck Form annimmt, kann neben dem Bakelit-Museum auch den „Schleiper Hammer“ in Kierspe-Grünenbaum besuchen. Mitglieder des Heimatvereins Kierspe e. V. zeigen hier bei Aktionstagen, wie an einer „Kniehebelpresse“ zum Beispiel Eierbecher entstehen. Der „Schleiper Hammer“ ist ein Eisenschmiedewerk mit langer Tradition, das auch eine Bakelitabteilung mit Pressen, Entgraterei und Schleiferei besitzt. Ebenso ist in dem über 200 Jahre alten, unter Denkmalschutz stehenden Gebäude eine funktionsfähige Hammerschmiede untergebracht, welche die Tradition der Breitewarenschmiederei präsentiert.

Kategorien: Alltagskultur/Bräuche · Denkmalpflege und Baukultur · Dorfentwicklung · Generationenprojekte · Geschichtsvermittlung

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