Kunstbiennale legt Fokus auf die Neunutzung von Nachkriegskirchen im Ruhrgebiet

01.12.2025 Sarah Pfeil

Manifesta 16 Ruhr gGmbH, Regionalverband Ruhr (RVR) und Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Ruhrgebiet

Foto/ Manifesta 16 Ruhr gGmbH

Vom 21. Juni bis 4. Oktober 2026 findet die Manifesta 16 Ruhr in zwölf leerstehenden Nachkriegskirchen statt, die über die vier Gastgeberstädte Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Bochum verteilt sind. Die Manifesta ist eine alle zwei Jahre stattfindende europäische Wanderbiennale für zeitgenössische Kunst, Architektur und Gesellschaft.

Sie fokussiert sich auf den historischen, architektonischen und sozialen Wiederaufbau, der in der Nachkriegszeit des Ruhrgebiets stattfand. Aufgrund sinkender Besuchszahlen ereilte viele Kirchen in den letzten 30 Jahren der Abriss, der Verfall oder im besten Falle eine Umnutzung. In einer Forschungsphase mit Bürgerbeteiligung wurde nun vorab untersucht, wie leerstehende Kirchengebäude in verschiedenen städtischen Kontexten in kommunale Zentren für künstlerische und soziale Projekte verwandelt werden können.

Im Ergebnis bestand Konsens darüber, dass der Abriss von Kirchen keine Option sein kann. Teilnehmende, darunter auch nichtreligiöse Personen, betrachten Kirchengebäude aufgrund ihrer freien Zugänglichkeit, ihrer gemeinnützigen Ausrichtung und ihrer Funktion eines visuellen Symbols lokaler Identität als besondere Orte der kollektiven Erinnerung.

Die Teilnehmenden schlugen vielgestaltige Nutzungsmöglichkeiten für die Räume vor, in denen Menschen mit verschiedenen sozialen, kulturellen und beruflichen Hintergründen zusammenkommen und auf der Basis gemeinsamer Interessen eigenständig Aktivitäten entfalten können. Es wurde darauf hingewiesen, dass Kirchen aufgrund ihrer besonderen Architektur hervorragend für Umnutzungen geeignet sind, die den Bedürfnissen nach Identifikation, Kontemplation und Spiritualität gerecht werden und insbesondere auch als Anlaufpunkte für junge Menschen im Stadtquartier fungieren können.

Weitere Informationen unter: manifesta16.org/de